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Augen zu

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Immer wenn irgendein wichtiges Fußball-Spiel stattfindet, sind sie wichtiger als sonst:

Die Stammtisch-Parolen.

Sie werden nicht nur beim Public-Viewing in Nachbars Garten oder in der Kneipe von nebenan geäußert. Stammtisch-Parolen kann man auch im Netz lesen – beispielsweise in den Kommentarspalten auf Facebook, YouTube oder Instagram. Dabei sollte man nicht immer an dieses Klischee vom bierbäuchigen Proll denken, der sich über Flüchtlinge empört.

Denn es gibt auch sehr viele Linke, Ökos und Alternative, die sich dauernd über irgendetwas aufregen.

(Bild aus: http://www.der-postillon.com/2016/08/dicker-mann-olympia.html)

Interessant wird es vor allem dann, wenn es um gesellschaftlich relevante Themen aus Politik und Wirtschaft geht. Da scheint es jeder besser zu wissen:
Was sich der Trump wieder geleistet hat… wie der Putin eigentlich ausschaut… und überhaupt, was sich die Merkel denn nur denkt… und so weiter und so fort.

In unserem Song „Augen zu“ sagen wir:

„Die da oben wären schuld, wir machen es uns leicht,

Doch Ungerechtigkeit entsteht, weil jeder von uns schweigt“

Statt sich also über Trump, Putin, Merkel oder die AfD aufzuregen und mit dem Finger auf „die da oben“ zu zeigen, wäre es doch viel klüger, zu fragen:

Was ist denn MEIN Anteil an der Misere?

 

Hier ein kleines Gedankenspiel dazu

Immer wieder werden Kriege geführt.

Doch eigentlich würde kein „normaler“ Bürger seine eigenen Kinder in den Krieg schicken wollen.

Denn wie sieht der Deal für ihn aus?

Der Deal ist:

Das beste, was er aus einem Krieg rausholen kann, ist die Tatsache, dass seine Kinder lebend wieder rauskommen. Wie entscheidet man also bei so einer Verhandlungsbasis?
Richtig!

Nur ein kompletter Volltrottel würde diesen Deal eingehen und seine Kinder in den Krieg schicken!

Doch nun ist es so, dass Kriege als sogenannte „humanitäre“ Einsätze verkauft werden, um für unsere Demokratie, Freiheit und für Menschenrechte zu kämpfen. Oder es wird einem gesagt, man wäre in Gefahr und man müsste sich deswegen verteidigen

Das Ergebnis?

Der gleiche „ganz normale“ Bürger von eben kauft diese Lüge ab, befürwortet den Krieg oder nimmt ihn stillschweigend hin.

 

Also zurück zur ursprünglichen Frage:

 

Was ist UNSER Anteil an der Misere?

(Bild aus: www.otto.de)
      (Bild aus: www.otto.de)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In dem Moment, in dem wir diesen eben beschriebenen Deal eingehen und die Lüge abkaufen, machen wir uns mitschuldig. Wenn wir nicht hinterfragen, nicht nein sagen können oder schlicht nicht nachdenken, machen wir uns schuldig, ein Mitläufer zu sein. Da kann man sich über Trump, Putin oder Merkel aufregen, wie man will. Denn Merkel selbst zieht nicht in den Krieg. Sie feuert keinen einzigen Schuss ab.
Es ist der „ganz normale“ Thomas, Ali, Michael, Fabian usw. der das tut.
Das ist der Kerngedanke von unserem Song „Augen zu“.

Doch was kann man dagegen tun?

Oder positiver formuliert:
Wie kann man etwas dazu beitragen, Gutes in der Welt zu bewirken?

Die Antwort ist so simpel, dass sie wehtut. Wir haben das folgendermaßen ausgedrückt: 

„Das Leben spielt sich ab in uns’ren eigenen vier Wänden,

Du denkst nur die da oben hätten Blut an ihren Händen?“

Es geht immer nur um uns, nicht um „die da oben“. Veränderung beginnt immer im Kleinen und kommt von unten.

Ich selbst habe sehr lange gebraucht, um das wirklich zu begreifen.

Wenn wir die Augen nicht vor dem verschließen, was wir selbst tagtäglich tun, kann uns auch nicht entgehen, was Trump, Merkel etc. auf großer Bühne umsetzen.

„Die da oben“ sind also gewissermaßen unser Spiegelbild, denn sie spiegeln exakt wider, wie wir im Kleinen miteinander umgehen.

Die Formel lautet also:
Änderst du dich, veränderst du die Welt.

Also Augen auf.

Ein Gedanke zu „Augen zu

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