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Über die Prostitution.

(Bild aus: http://philosophicaldisquisitions.blogspot.de/2013/09/the-ethics-of-prostitution-part-three.html)

Warum viele Künstler eigentlich Nutten sind

 

Prostitution ist das älteste Gewerbe der Welt.

Und Prostituierte sind keine schlechten Menschen oder auf irgendeine Weise verachtenswert, nur

weil sie ihrer „etwas anderen“ Arbeit nachgehen.

Im Gegenteil: Eine Prostituierte hat Ehre und Stolz, da sie nicht jeden nimmt.

Bei vielen sogenannten Künstlern sieht das anders aus.

Wer sich der allgemeinen Gesinnung anpasst und dabei die eigenen Überzeugungen unter den

Teppich kehrt, weil er Angst vor Anfeindungen hat, macht sich einer viel schlimmeren Form von

Prostitution schuldig, als die eigentliche es je sein könnte.

Wie eine Nutte biedert man sich notgedrungen der Mainstream-Meinung und der nun einmal

schlechten Norm an. Denn was bedeutet die Norm?

Die Norm ist die Quersumme der gleichgeschalteten Meinung einer Gesellschaft, deren Elite Kriege

führt, rücksichtslosen Raubbau an der Natur begeht und Menschen für Profite versklavt. Wer also

von sich behauptet, kritisch oder freidenkerisch zu sein, muss den Kampf gegen die innere Nutte

führen, welche der Mainstream-Meinung gefällig sein möchte, bedeutet:

Wer nicht zunächst gegen sich kämpft, kämpft auch nicht gegen Diskriminierung, Krieg oder

Sklaverei.

Das Stählern der eigenen Skepsis gegen alles, was sich als allgemein etablierte Meinung festsetzt,

ist die einzige Garantie für nachhaltiges kritisches Denken.

Das Bedürfnis, sich zu prostituieren, um sozial akzeptiert zu werden, hängt mit dem Wohlgefühl der

Herdenwärme zusammen und ist durchaus menschlich.

 

(Quelle: https://www.baden.fm/storage/thumbs/800x320c/r:1403883875/20356.jpg)

 

Ich bin Musiker und beschäftige mich 24/7 mit (meiner) Kunst.

Deswegen habe ich mich gefragt:

Warum entscheiden sich viele junge, ambitionierte Künstler BEWUSST und FREIWILLIG dafür,

den einfachen Weg des Konformismus zu gehen?

Ganz einfach: Weil sie Angst haben. Sie haben Angst vor der Konfrontation.

Wenn Du deine Meinung absichtlich in den Hintergrund drängst, weil Du weißt, sie könnte anstößig

sein, bist du leider eine Nutte deiner Zuhörerschaft und wirst diese niemals zu kritischem Denken

inspirieren können.

Denn die ständige Konfrontation mit dem Unangenehmen ist die Grundlage kritischen Denkens.

Sie befreit dich aus dem Stillstand des Konformismus und sorgt dafür, dass dein Geist immer in

Bewegung bleibt. Nur so entsteht Fortschritt – auf individueller oder gesellschaftlicher Ebene.

Selbst die Natur – die Existenzgrundlage des Menschen – funktioniert nach dem Prinzip von

Ursache und Wirkung, von Aktion und Reaktion, also von Anstoß und Bewegung. Deswegen hat

Kunst, die nirgends aneckt, meinen Respekt auch nicht verdient.

Das klingt arrogant, ist es aber nicht.

Natürlich höre auch ich Popmusik und singe oft bei Radio-Hits mit. Aber Respekt heißt für mich

etwas Anderes. In einem unserer Songs mit dem Titel „Labyrinth“ heißt es:

„Reflektierend wie ein guter Philosoph,

finde ich die Lösung in der Ruhe liegt der Tod“.

Ruhe als individuelle Krafttankstelle ist begrüßenswert und äußerst hilfreich, um mit noch mehr

Elan und Kreativität angreifen zu können. Aber Ruhe als erstrebenswerten Zustand bedeutet

Stillstand des Denkens und heißt für mich so viel wie tot sein.

Harmonie ist eine Droge. Und Drogen sind schlecht, wie wir alle wissen.

Viele Künstler biedern sich der Allgemeinheit bzw. einer Nische nur an, um stattfinden zu können.

Das ist legitim, denn schließlich ist es so schon schwer genug, mit seiner Kunst eine Reichweite zu

generieren, geschweige denn davon leben zu können.

Doch dann sollte man nicht der Illusion verfallen, bedeutsam zu sein oder auf irgendeine Art und

Weise etwas dazu beizutragen, die Gesellschaft voranzubringen.

Denn Veränderung ist nur möglich, wenn man Bewusstsein schafft.

Bewusstsein schafft nur der, der bewusst widerspricht und Widerspruch ist nun einmal oft

unangenehm – für denjenigen, dem widersprochen wird, aber auch für den, der widerspricht.

Deswegen sage ich auch: Konforme Kunst ist schlechte Kunst und bekommt von mir keinerlei

Respekt – nicht ein bisschen.

Ich habe mir geschworen, mich mit meiner Kunst niemals zu prostituieren. Im Gegenteil: Ich war

zwar noch nie mit einer Prostituierten zusammen, aber jene Pseudokünstler zu begatten, die sich aus

freien Stücken für eine oberflächliche Meinung prostituieren, stelle ich mir äußerst amüsant vor.

kopfundherz ist ein großzügiger Freier.

3 Gedanken zu „Über die Prostitution.

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